„Drum prüfe, wer sich ewig bindet“ – Tierheimhund im Partnertest

Vom 24. Mai 2013

Da es sich bei den meisten Hunden aus dem Tierheimen um Fundhunde handelt, weiß man oft sehr wenig über die Tiere. Leider haben unsere Tierheime oft nicht die Möglichkeiten, die Tiere in den unterschiedlichsten Situationen zu testen, um genauere Aussage über das individuelle Verhalten der Tiere zu treffen.

Damit eine Adoption eines Hundes aus dem Tierheim auch perspektivisch harmonisch verläuft, wenden sich ihrer Verantwortung bewusste Menschen an uns.
Da an unsere Hunde große individuelle Herausforderungen in unserem Alltag gestellt werden, müssen mehrere Fragen genau überprüft werden:
Passt der ausgesuchte Hund überhaupt aufgrund seiner Bedürfnisse zu dem interessierten Menschen?
Welche Erfahrungen hat er bereits gemacht?
Wie begegnet der Hund den Anforderungen des zukünftigen Alltags?
Auf welche Verhaltensmuster greift er zurück?
Welche Lern- und Trainingserfahrungen er bereits gemacht hat?
Wie viel Kraft & Zeit muss in gemeinsames Training investiert werden?

Das Lesen und Verstehen der Körpersprache ist existentiell für unsere Beurteilung. Um möglichen Fehlinterpretationen aus dem Weg zu gehen, dokumentieren wir unsere Arbeit mittels Bilder und Filmsequenzen. Außerdem arbeiten wir – je nach Möglichkeit – zu zweit, bündeln also unsere Kompetenzen.
Die Testsituationen simulieren zukünftige Alltagssituationen, d.h. Begegnungen mit Menschen unterschiedlichster Typen, Artgenossen, Katzen in den unterschiedlichsten Distanzen. Geprüft wird dabei auch die Stressreaktion des Tieres. Die Stressreaktion ist eine wichtige Grundlage für Angstverhalten, aber auch für Aggressionsverhalten unserer Hunde.

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Verschiedene „Frühwarnsignale“ in der Körpersprache unserer Hunde zeigen, wann bzw. ob aggressives Verhalten gezeigt wird. Hündisches Verhalten wird immer durch Gene und Umwelt (Aufzuchtbedingungen, gemachte Erfahrungen, erlernte Verhaltensmuster, Mensch-Hundbeziehung) beeinflusst.
Aggressives Verhalten zwischen Hunden gehört zum artspezifischen Verhaltensrepertoire und ist zunächst als normal einzustufen. „Aggressiver Verhalten zielt darauf ab, eine Bedrohung, einen Konkurrenten oder einen Feind auf Distanz zu halten, zum Rückzug zu bewegen oder zu vernichten. Es soll eine räumlich-zeitliche Distanz mit der Absicht hergestellt werden, die eigenen Interessen bei einem Konflikt….. durchzusetzen.“ (Dr.med.vet. Renate Jones).

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Da man selten die Vorgeschichten der Hunde (auch in puncto Sozialisation & Prägung) kennt, gilt auch hier
ein besonderer Blick auf ein eventuell bestehendes Angstverhalten. Als biologisches Programm schützt Angst vor Verletzung und Tod, hilft also dem einzelnen Tier sich den Herausforderungen des Lebens anzupassen. Auch gezeigtes Angstverhalten ist erst einmal als normale Reaktion einzustufen. Die jeweilige Reaktion ist in ihrer Intensität und Stärke unterschiedlich zu bewerten. Diese individuellen Unterschiede können dazu führen, dass aus normalen Angstreaktionen echte Verhaltensstörungen werden, die die Lebensqualität beider Sozialpartner (Hund & Mensch) erheblich beeinträchtigen.

Schlussfolgernd daraus, gehört also ein gewisses Maß an Aggression & Angstverhalten zum normalen Alltag dazu. Wir als Trainer_innen sind in der Verantwortung, unsere Kund_innen in der Sprache des Hundes zu schulen, damit im Alltag Situationen richtig eingeschätzt werden können. Außerdem ist das Ziel unserer Arbeit zum einen unerwünschtes Verhalten bei Hunden gar nicht erst entstehen zu lassen und zum anderen falls es bereits zu unerwünschtem Verhalten gekommen ist, dies zu unterbrechen (angst- und schmerzlos) und alternative Verhaltensmuster zu trainieren & etablieren.

Aufgrund unserer Beobachtungen und Erklärungen erhalten zukünftige Hundehalter_innen Informationen über das Verhalten ihres neuen Familienmitglieds. So können sie souverän und vorbereitet ihren gemeinsamen Alltag meistern. Natürlich begleiten wir mit unserer Fachkompetenz Hundehalter_innen bei diesem Weg in eine gemeinsame harmonische Zukunft. Unser Trainingsprogramm richtet sich jeweils nach dem individuellen Stand des Hundes und ist an den Wissenstand des Menschen angepasst.

Wir Menschen tragen Sorge, dass kritische Begegnungen zwischen Hunden nicht durch unbewusstes Verhalten oder Fehleinschätzung eskalieren, Situationen im Nachhinein nicht überbewertet und sachverständig eingeschätzt werden. Hier beraten wir Sie gern und begleiten Sie auf Ihren gemeinsamen Weg.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und stehen Ihnen gern bei der Auswahl des geeigneten vierbeinigen Partners & bei der Eingewöhnung in den gemeinsamen Alltag zur Seite.

Peter Eichorn & Nadine Liebert

Kontakt:

Peter Eichhorn
Hundetrainer & Tierpsychologe (ATN AG)

  • www.hundeakademie-eichhorn.de
  • info@hundeakademie-eichhorn.de
    039200-768141
    0162-8461611

    Nadine Liebert
    Hundetrainerin & Tierpsychologin (ATN AG)

  • www.hundecouch.org/
  • info@hundecouch.org
    0391-7330567
    0178-3564746

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